1. Warum Reinigungsroboter?   Treiber & Nutzen

  • Fachkräftemangel:
    Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte in Österreich → Automatisierung wird notwendig.
  • Steigende Qualitätsanforderungen:
    Höhere Frequenzen, bessere Nachvollziehbarkeit, digitale Dokumentation.
  • Ökonomischer Druck:
    Arbeitszeit ist der größte Kostenfaktor → Cobots erhöhen Frequenz ohne Mehrpersonal.
  • Nachhaltigkeit & Daten:
    Roboter liefern Betriebsdaten für Energieeffizienz, Predictive Maintenance und FM-Optimierung.
  • ROI wird realistischer:
    Moderne Geräte amortisieren sich oft in 12–24 Monaten, besonders bei Nachtbetrieb.
  • Software-Updates steigern Leistung:
    Viele Hersteller verbessern Navigation, Effizienz und Stabilität per OTA-Updates.
  • Imagefaktor:
    Sichtbare Robotik steigert Innovationswahrnehmung bei Kunden und Mitarbeitenden.
  • Hygienevorteile:
    Konstante Reinigungsqualität, besonders in Gesundheits- und Retailbereichen.

2. Der entscheidende Faktor: ZukunftsFit

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist nicht das Gerät selbst, sondern die Gebäudeinfrastruktur:

  • Frei zugängliche Dockingstationen (Strom, Wasser, Abwasser) im Projekt vorsehen
    Dockingstationen im Reinigungsraum sind ein häufiger Fehler → Roboter „stecken fest“.
  • Stabile Konnektivität (WLAN/4G)  im Projekt vorsehen
    WLAN-Dead-Spots sind einer der häufigsten Störfaktoren.
  • Automatische Türen im Projekt vorsehen
    Brandschutztüren ohne Freigabe sind ein häufiger Showstopper
  • Aufzugsanbindung im Projekt vorsehen
    Aufzüge: Nur wenige Hersteller bieten stabile Liftintegration; oft ist ein Retrofit nötig.
  • Barrierefreie Wege, keine Stufen
  • Ausreichende Durchgangsbreiten und Wenderadien
  • Klare Laufwege, definierte Sperrzonen (im Projekt vorsehen)
    Anpassung an Alarmsystem

Werden diese Punkte nicht berücksichtigt, sinkt die Abdeckung und die Störanfälligkeit steigt.
Der Großteil der Probleme sind infrastrukturell, nicht robotikbedingt.

3. Einsatzbereiche & Gerätetype von Beginn im Projekt vorsehen

  • Saug-, Wisch-, Kehr- und Kombigeräte für unterschiedliche Flächenprofile.
  • Mehrere kleine Geräte sind oft sinnvoller in Gebäuden ohne Lift-/Türintegration.

Wesentlich ist die Auswahl der geeigneten Geräte und die richtige Aufteilung im Objekt.

4. Implementierungsprozess – Erfolgsfaktoren

  • Eignungscheck
    Bodenarten, Hindernisse, Netzwerk, Strom, Zeitfenster, Alarmanlagen, Tür-/Aufzugssysteme
  • Pilotphase (14–30 Tage)
    Pilotflächen sollten repräsentativ sein – nicht zu einfach, nicht zu komplex Parametrisierung ist wesentlich für den Erfolg
    Mapping ist der kritischste Schritt – schlechte Karten = schlechte Performance.
    No-Go-Zonen müssen regelmäßig angepasst werden (Möbel, Baustellen, saisonale Änderungen).
    Remote Monitoring ist Pflicht: Ohne Flottenmanagement sinkt die Performance drastisch.
  • Übergabe in den Regelbetrieb
    Schulungen, Dokumentation, Ersatzteile, Wartungspläne
  • Kontinuierliche Optimierung
    Anpassung an Grundrissänderungen, Feedbackschleifen
  • Wartung und Kunden-/Bediener-Einschulung ist entscheidend:
    Großteil der Ausfälle sind auf mangelnde tägliche Pflege/Bedienung zurückzuführen.

5. Akzeptanz & Change Management

  • Akzeptanz der Reinigungskräfte ist entscheidend.
    Reinigungskräfte akzeptieren Roboter nur, wenn sie entlasten – nicht ersetzen.
    Ängste: Jobverlust, Fehlbedienung, Lärm, Stolpergefahr.
  • Erfolgsfaktoren:
    + Mehrsprachige Schulungen
    + Praxisnahe Einweisung
    + Klare Rollenverteilung
    + Kommunikation über Nutzen statt Ersatz
    + Einbindung der MitarbeiterInnen
  • Roboter als Teammitglied:
    Viele Firmen geben Geräten Namen → steigert Identifikation.
  • Lärm ist ein unterschätztes Thema → Nachtbetrieb bevorzugt.
    Roboter funktionieren hervorragend nachts, wenn Flächen frei sind.
  • ESG & Green Deal:
    Robotik wird Teil von Nachhaltigkeitsstrategien (Wasserverbrauch, Energieeffizienz)
Wesentliche Punkte für den Einsatz von Reinigungsrobotern